Als SEO-Berater und Content-Marketing-Consultants haben wir fast täglich mit dem Begriff Keyworddichte (engl. Keyword Desity) zu tun. Dabei begegnen uns in Kundengesprächen viele interessante Fragen und Mythen.

Bei Ihnen kreisen auch ein paar Fragezeichen und Sie wünschen sich klare Antworten? Hier sind Sie richtig. 

Wir haben für Sie die häufigsten Fragen mit Antworten und hilfreichen Tipps zusammentragen. So erhalten Sie schnell einen Einstieg und einen aktuellen Überblick. 

Wenn Sie zu Ihrer persönlichen Frage keine Antwort in diesem Artikel finden, dann schreiben Sie mir einfach. Ich antworte Ihnen gern und nehme Ihre Frage für andere interessierte Leser in diesen Blogartikel auf.

Was ist Keyworddichte?

Die Keyworddichte gibt an, in welcher prozentualen Häufigkeit ein Keyword (= Suchwort) in einem Text vorkommt. Beispiel: Eine Keyworddichte von 5 Prozent sagt aus, dass auf 100 Wörter eines Textes ein Keyword 5 Mal vorkommt. Die folgende Grafik verdeutlicht das bildlich:

beispiel-keywordstuffing-seo-text

Wichtig für den Hinterkopf: Nicht nur das Hauptkeyword (Fokuskeyword) hat eine Keyworddichte. Jedes Wort im Text hat eine prozentuale Dichte im Vergleich zum Gesamttext. 

Seit wann gibt es die Keyworddichte?

Seit zu Beginn der 90er-Jahre der 20. Jahrhunderts das Internet für jedermann online ging, gibt es Suchmaschinen, die zu menschlichen Suchanfragen Suchergebnisse ausspielen.

Um dem Suchenden das bestmögliche Suchergebnis präsentieren zu können, müssen Suchmaschinen wie Google die im Internet indexierten Inhalte (Texte, Bilder und Videos) inhaltlich genau erfassen. 

Zu Beginn des Internetzeitalters waren harte Keywords (Schlüsselbegriffe) und die Häufigkeit (Keyworddichte) bei Texten ein wichtiges Werkzeug für die Sortierung und thematische Einordnung. 

harte-keywords-internet-90er-jahre

Crawler  (= Computerprogramme, die das World Wide Web scannen) waren noch sehr einfach gestrickt. Je öfter ein Keyword in einem Text vorkam, desto mehr Erfolg hatte ein SEO-Text im Ranking.

Ich habe Texte aus den 90er-Jahren gesehen, die eine Keyworddichte von 10 Prozent hatten. Das bedeutet, dass ein Keyword in einem Text von 100 Wörtern, zehnmal vorkam.

Ist die Keyworddichte ein Rankingfaktor?

Als in den 90er-Jahren die Suchmaschinenoptimierung begann, waren viele SEOs davon überzeugt, dass die Keyworddichte ein Rankingfaktor ist.

Das hatte seinen Grund: SEO-Texte mit einer (für heutige Verhältnisse) sehr hohen Keyworddichte erreichten gute Positionen in der Suchmaschine.

Dieses Denken existierte bis in die 2010er-Jahre. Ich erinnere mich noch an Auftragstexte, die ein befreundeter SEO-Texter für einen großen E-Commerce-Shop schreiben sollte. Vorgabe: harte Keywords in einer Dichte von 7 bis 10 Prozent.

Das Ergebnis: Sogenannte SEO-Texte, die hölzern klangen und als Textwüste an das Ende einer Kategorieseite oder einer Produktseite verbannt wurden. 

Nebenbei: Viele Kunden haben heute noch solche überoptimierten Texte vor Augen, wenn sie an SEO-Texte denken. 

Eine sehr überholte Ansicht. 

Außerdem sanktioniert Google heute diese Form der künstlichen SEO-Texte mit extrem hoher Keyworddichte. Und das ist gut so, denn Texte im Internet sollen für Menschen geschrieben werden.

Und um die Frage vom Anfang wieder aufzugreifen: Aus der eigenen Erfahrung als SEO-Texter kann ich Ihnen sagen: Die Keyworddichte ist heute kein entscheidender Rankingfaktor.

keyworddichte-rankingfaktor

Besteht ein Keyword immer nur aus einem Wort?

Nein, ein Keyword kann auch aus mehreren Wörtern bestehen. Das klingt zunächst verwirrend.

Lassen Sie mich den Knoten lösen.

Als Keyword verstehen wir SEOs einen Suchbegriff, den der Nutzer in das Eingabefeld der Suchmaschine eingibt. Hier sind einzelne Wörter (Beispiel: „keyworddichte“) möglich, aber auch Wortgruppen aus mehreren Wörtern. Zum Beispiel: „schuhe kaufen“.

Mein Tipp: Verwenden Sie statt des Begriffs Keyword einfach den Begriff Suchphrase oder Suchanfrage.

Keywords lassen sich aber noch weiter spezifizieren. Sie haben vielleicht schon von Money-Keywords, Nischenkeywords und Longtail-Keywords gehört.

Ich möchte Ihnen den Zusammenhang an einem Beispiel erklären.

Stellen Sie sich vor, Sie möchten einen SEO-Text im Themenbereich Content-Marketing schreiben (oder schreiben lassen). Hier bietet sich auf den ersten Blick das Keyword (die Suchanfrage) „content marketing“ an.

Ich habe gerade eine kleine Potenzialanalyse mit dem KWFinder gemacht. Ergebnis: Das Keyword „content marketing“ hat ein Volumen von 9.800 Suchanfragen in Deutschland pro Monat.

 

keywordrecherche-content-marketing

 

Das klingt super! Allerdings ist das Keyword gleichzeitig umkämpft. Das Bestreben vieler SEOs und Online-Marketer ist hoch, eine gute Suchmaschinenposition zu dem Keyword zu erreichen.

Eine clevere Alternative gegenüber stark umkämpften Money-Kewords sind Nischenkeywords. Dabei gehen wir bei der Keywordrecherche zu einem Themenfeld immer mehr ins Detail. Wir suchen nach spitzeren und detaillierteren Keywords, die weniger Suchvolumen haben, aber die Zielgruppe noch genauer treffen.

Solche Nischenkeywords oder Longtail-Keywords sind zum Beispiel: „content marketing beispiele“ (monatliches Suchvolumen: 380) oder noch spitzer: „content marketing b2b beispiele“ (monatliches Suchvolumen: 10).

keywordrecherche-content-marketing-b2b-beispiele

Ja, mit Nischenkeywords erreichen Sie viel weniger Nutzer.

Das stimmt.

Allerdings sind diese Nutzer qualitativ hochwertiger.

Zur Verdeutlichung habe ich Ihnen dazu eine Potenzial-Grafik gemalt: 

grafik-nischenkeyword-potenzial

 

Und nun stellen Sie sich die Frage: Ist es sinnvoller (wirtschaftlicher), zu versuchen, zu einem hart umkämpften Money-Keyword zu ranken oder ist es wirksamer fünf leicht zu rankende Nischenkeywords zu besetzen, um die Zielgruppe spitz zu erreichen?

Denken Sie darüber nach. 

Hier noch ein weiterführender Lesetipp: SEO-Text: unser Ansatz für mehr Sichtbarkeit, Traffic und Erfolg in 9 Schritten

Wie hoch ist die ideale Keyworddichte?

10 Prozent? 5 Prozent? Oder doch nur 1 Prozent?

Die Höhe der Keyworddichte geht seit Start des Internets erkennbar zurück.

Während um die Jahrtausendwende SEO-Texte noch mit starren Keyworddichten zwischen 3 und 5 Prozent optimiert wurden, sind gute SEO-Texte heute mit einer Keyworddichte von 0,5 bis 1 Prozent erfolgreich.

Die Frage nach der Keyworddichte betrachten viele SEOs mittlerweile als weniger wichtig bis unrelevant. Wichtiger ist die Frage nach Suchintentionen, verwandten Begriffen, Synonymen und einer thematischen Vielfalt.

synonyme-statt-harte-keywords

Aber sind harte Keywords nicht wichtig?

Nein.

Googles Suchalgorithmus kann durch Rank Brain immer besser kombinieren und dank künstlicher Intelligenz und maschinellem Lernen über starre Keywords hinaus Zusammenhänge verstehen. 

Wenn mich jemand fragt: „Wie hoch ist die ideale Keyworddichte?“, dann antworte ich oft lächelnd mit der Gegenfrage: „Glauben Sie, dass ein Text automatisch Mehrwerte generiert, bloß weil ein Begriff x-mal genannt wird?“

Soll ich einen Text nur auf ein Keyword optimieren oder auf mehrere Keywords gleichzeitig?

Ich empfehle im ersten Schritt immer ein Fokus-Keyword oder eine Fokus-Keyword-Phrase als Aufhänger für die Texterstellung zu nutzen. Dieses Hauptkeyword ergibt sich aus einer detaillierten Keywordrecherche.

Aber Stopp, nach der Keywordrecherche beginnen wir nicht sofort blind mit dem Scrheiben. Wir nutzen das Keyword zunächst, um herauszufinden, welche Suchintention Nutzer haben, die dieses Suchphrase bei Google eingeben.

Wir bekommen wir das hin?

Ich sehe mir die Top-Suchergebnisse an. Bei der Texterstellung geht es dann darum, das Hauptkeyword als thematischen Aufhänger zu nutzen. Es geht nicht darum, das Hauptkeyword starr in einer bestimmten Keyworddichte zu verwenden, sondern einen Text zu schreiben, der die Suchintention des Nutzers thematisch und inhaltlich bestmöglich abdeckt.

keyword-suchintention-konkurrenz-recherche

 

Dabei können und sollten Sie neben dem Hauptkeyword unbedingt Synonyme und ähnliche Formulierungen verwenden. Und zwar so natürlich, wie Sie Sprache im Alltag auch nutzen. So kommen wichtige Nebenbegriffe (Nebenkeywords) ganz automatisch „ins Spiel“.

Lassen Sie Ihre Gedanken zum Thema fließen und verzichten Sie auf eine übertriebene Wiederholung des Hauptkeywords. Überoptimierte Texte lassen sich nämlich nicht nur schwerer lesen, sondern werden auch von Google im Sinne des Lesers schlechter gerankt.

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Sie möchten mehr zum Thema suchmaschinenoptimierte Texte erfahren?

Hier zeige ich Ihnen, wie Sie bei der Erstellung eines guten SEO-Textes vorgehen: SEO-Text in 9 Schritten

Was ist Keyword-Stuffing?

Stuffing bedeutet Füllen. Wer Keyword-Stuffing betreibt, der füllt ein Keyword übertrieben oft in einen Text.

Keyword-Stuffing entsteht also durch eine künstlich hohe und unnatürliche Keyworddichte.

Dazu eine kleine Analogie: Stellen Sie sich vor das Keyword ist eine Rosine und der Text der Rührkuchenteig. Beim Keyword-Stuffing wäre eine übertriebene Menge an Rosinen in Ihrem fertigen Kuchen. Und zwar so viele, dass sie im Endeffekt keinen Kuchen mit Rosinen, sondern Rosinen mit einem Hauch Teig dazwischen essen.

Nicht sehr lecker, oder?

grafik-keyword-stuffing

Google möchte seinen Nutzern immer die bestmöglichen Ergebnisse ausspielen. Das bedeutet: überoptimierte Texte, die den Lese-Genuss aufgrund einer extrem hohen Keyworddichte (Keyword-Stuffing) verringern, werden in den Suchergebnissen abgewertet – oder sogar komplett aus dem Suchindex verbannt.

Ich empfehlen deshalb: Backen Sie Ihren Google-Hupf mit einem Hauch von Keywords und vielen weiteren leckeren Inhalten.

Gibt es eine Formel zur Berechnung der Keyworddichte?

Ja, die Formel für die Berechnung der Keyworddichte lautet: 

[Wortzahl des Keywords] x 100 : [Gesamtwortzahl des Textes] = Keyworddichte

Dazu ein kleines Rechenbeispiel aus der Praxis:

Grundlage dazu ist unser Blogtext „starke Headline in 5 Schritten“. Der Text hat 1.404 Wörter. Das Keyword „headline“ kommt im gesamten Text 31 Mal vor. Das ergibt unter Verwendung der Formel eine Keyworddichte von 2,2 Prozent.

31 x 100 : 1.404 = 2,2

Gibt es ein Tool zum Testen der Keyworddichte?

Im meiner Laufbahn als Texter habe ich über die Jahre hinweg das ein oder andere Tool zur Berechnung der Keyworddichte auf meinem Bildschirm geöffnet.

Sie wünschen sich eine Empfehlung von mir?

Nutzen Sie keines dieser Tools.

Aber was ist der Schlüssel zum Erfolg?

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Ganz einfach:

Schreiben Sie natürlich klingende Texte ohne eine künstlich gepushte Keywordhäufigkeit (Keyword-Stuffing). Nutzen Sie Synonyme. Bleiben Sie sprachlich beweglich. Gehen Sie weg von starren Keywordwiederholungen. Schreiben Sie für Menschen, nicht für die Suchmaschine.

Welchen Konsequenzen hat eine zu hohe Keyworddichte?

Wenn Texte mit einer zu hohen Keyworddichte optimiert werden, können zwei Hauptprobleme auftreten.

Einerseits kann es passieren, dass die Suchmaschine den Text abwertet (= schlechter rankt) oder der Text in besonders schweren Fällen (Keyword-Stuffing) komplett aus den Suchergebnissen verbannt wird.

Andererseits provozieren Texte mit extrem überoptimierter Keyworddichte ungünstige Nutzersignale. Fragen Sie sich selbst: Lese ich gern einen Text, in dem jedes dritte Wort das Keyword ist? Das Ergebnis: Der Text liest sich schlecht, der Leser/die Leserin springt ab und sucht an anderen Stellen nach Lösungen, Tipps, Produkten und/oder Unterhaltung.

 

Fazit und Einblicke in die Praxis: Wie gehe ich als Texter mit der Keyworddichte um?

In den vergangenen Jahren habe ich viele Texte als Autor oder Ghostwriter geschrieben, die in der Suchmaschine ein gutes Ranking erreicht haben.

In keinem dieser Texte habe ich bewusst oder mit Hilfe eines Tools aktiv die Keyworddichte manipuliert.

Ich bin davon überzeugt, dass ein Text in erster Linien die folgenden Kriterien erfüllen muss:

  • er muss lesbar sein
  • er muss einen Mehrwert bieten
  • er soll schnell informieren (passend zur Suchintention)
  • er soll Tipps geben
  • er soll Einblicke schenken
  • (…)

Bei all dem hilft mir eine künstlich überoptimierte Keyworddichte nicht weiter.

Sie schafft nur Risiken. Entweder straft mich die Suchmaschine ab oder meine Leser springen ab. Beides ist nicht in meinem Interesse.

Statt mich auf die Keywordhäufigkeit zu konzentrieren, konzentriere ich mich lieber auf konkrete Suchintentionen und Fragen meiner Zielgruppe. Ich schaue bewusst und konzentriert:

  • Was bieten gut platzierte Texte zu einer bestimmten Suchanfrage?
  • Welche Themenbereiche werden abgedeckt?
  • An welcher Stelle kann ich mehr Informationen geben?
  • Welche Perspektiven fehlen in den Top-Suchergebnissen noch komplett?
  • Und so weiter …

Sie haben Fragen?

Schreiben Sie mir einfach.

Sie glauben gar nicht, wie viele lustige Ideen entstehen, wenn man gemeinsam über SEO-Texte spricht.