Was ist Content-Marketing?

Content-Marketing ist eine Methode im Marketing, die wertvolle Inhalte nutzt, um eine Zielgruppe anzusprechen und Mehrwerte zu geben.

Wertvolle Inhalte können Texte, Bilder, Videos, Audios oder Anwendungen sein, die der Zielgruppe kostenfrei bei einem Problem helfen, Fragen beantworten, neue Perspektiven öffnen und thematisch bereichern.

Content-Marketing möchte also im ersten Schritt etwas schenken.

Auch wenn Content-Marketing begrifflich sehr klar als Marketing-Disziplin kommuniziert wird, rückt die Werbung soweit in den Hintergrund, dass man sie im Idealfall nicht mehr bewusst wahrnimmt.

Content-Marketing ist also keine klassische Werbung.

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Welche Ziele verfolgt Content-Marketing?

Auf den ersten Blick wirkt das Verschenken von Tipps, Ideen und Tools widersprüchlich. Ein Unternehmen möchte schließlich Leistungen und Produkte verkaufen und Gewinne erzielen.

Die Erfahrungen zeigen aber, dass clevere Content-Marketing-Ideen sehr viel zum Erfolg eines Unternehmens beitragen können.

Denn Content-Marketing kann:

  • die Sichtbarkeit und die Reichweite des Unternehmens erhöhen
  • die Zugriffszahlen (Traffic) auf die eigene Website erhöhen
  • neue Kunden erreichen (Erstkontakt)
  • Kunden binden und zu Stammkunden machen
  • den eigenen Expertenstatus (Autorität) aufbauen
  • die eigene Marke (Brand) stärken
  • Vertrauen (Trust) aufbauen
  • Verkäufe fördern

Hört sich das nicht toll an?

Ich finde schon.

Sie möchten greifbare Beispiele?

Hier sind sie.

Beispiele für wirksames Content-Marketing

Es gibt viele gute Vorbilder für Content-Marketing-Kampagnen. Allerdings werden in vielen Marketing-Blogs, Podcasts und Marketing-Videos immer wieder die gleichen Beispiele genannt.

Ich versuche Beispiele zu zeigen, die bisher keiner auf dem Schirm hat.

Zukünftig soll dieser Beitrag Stück für Stück mit guten Beispielen erweitert werden.

Sie können mir gern schreiben, wenn Sie selbst ein tolles Beispiel auf Lager haben.

Beispiel 1 für Content-Marketing: der Meditations-Podcast von Curse

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Quelle: Curse

Das Medium Podcast ist ein sehr wirksames Werkzeug für Content-Marketing.

Warum?

Menschen lieben Audio. Das beginnt bei vielen mit ALF-Kassetten oder Hörspielen in der Kindheit.

Audio ist leicht (auch nebenbei) konsumierbar und problemlos an jedem Ort mobil nutzbar.

Menschen hören Podcasts beim Joggen im Park über ihr Smartphone. Menschen hören Podcasts im Auto auf dem Weg ins Büro. Und Menschen hören Podcasts abends beim Kochen.

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Quelle: Curse

Auf der Suche nach einem guten Meditations-Podcast empfahl mir ein Freund den Podcast von Curse.

Viele kennen Curse als deutschen Rapper aus den 90er-Jahren. Heute ist er systemischer Coach, Speaker und Buchautor.

Er verkauft Bücher und Hörbücher. Außerdem wird er als Experte gebucht. Auf Veranstaltungen spricht er zu Themen wie Achtsamkeit, Meditation, Lebensgestaltung und Verwirklichung.

Der Meditations-Podcast von Curse ist kostenfrei auf seiner Website hörbar. Parallel steht er auf Spotify, iTunes und Deezer zur Verfügung.

Welche Wirkung entsteht?

Die tiefe und entspannte Stimme von Curse ist sehr angenehm. Schon nach kurzer Zeit hatte ich ein angenehmes Gefühl der Beruhigung und des Gleichgewichts.

Er schenkt Entspannung.

Der Mehrwert ist also sofort wahrnehmbar.

Stück für Stück baut er Bindung auf.

Sein Publikum wächst.

Menschen beginne sich für seine Bücher, seine Hörbücher und seine Veranstaltungen zu interessieren.

That´s Content-Marketing. Content-Marketing für die Ohren.

Der große Vorteil von Audio ist (bei Sympathie und thematischer Relevanz) ein sehr schneller Aufbau von Bindung.

Bei Podcasts, die ich besonders gern und oft höre, habe ich sogar mitunter das Gefühl, dass die Sprecher mir so vertraut sind wie Familienangehörige. Ein interessantes Phänomen.

Beispiel 2 für Content-Marketing: geniale-Software-Idee für Baustein-Fans

Content-Marketing mit kostenlosen Software-Anwendungen, geht das?

Ja.

Ein grandioses Beispiel dafür ist die kostenfreie Software Stud.io vom LEGO-Steine-Verkaufs-Portal Bricklink.com.

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Quelle: Bricklink

Die geniale Idee dahinter

Die Zielgruppe (große und kleine Baustein-Fans) bekommen kostenfrei ein Tool in die Hand, mit dem sie eigene LEGO-Kreationen digital bauen können.

Für dieses zentrale Bedürfnis gibt es keinen vergleichbaren Konkurrenten. Die Software Stud.io löst dieses Problem clever und kostenlos.

Aber nicht ohne ein klares Ziel im Hinterkopf: Denn am Ende haben die Nutzer eine digital gerenderte Bauanleitung vor sich mit dem Wunsch, möglichst schnell und problemlos alle Bausteine (oder zumindest die noch fehlenden) zu bestellen.

Ein Blick in den Kopf vieler Baumeister: Wenn ich jetzt schon so ein tolles LEGO-Modell designt habe, dann will ich es auch unbedingt bauen. Ich ordere jetzt ganz einfach die Steine über Bricklink. Das geht mit wenigen Klicks.

Die Software Stud.io schenkt also einen Mehrwert, der direkt dabei hilft, die Verkäufe anzukurbelt.

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Quelle: Bricklink

Wie bin ich darauf aufmerksam geworden?

Nicht über frontale Werbung.

Sondern über Mund-zu-Mund-Empfehlung (Empfehlungs-Marketing).

Bricklink an sich wird in sozialen Netzwerken (in Gruppen) sehr oft erwähnt, weil die weltweite Plattform aktuell die beste Möglichkeit bietet, um an nahezu jedes bisher produzierte LEGO-Teil zu kommen.

Wer sich für selbstkreierte LEGO-Modelle interessiert, der stößt schnell auf die kostenfreie Software Stud.io. Sie wird von jedem eingefleischten LEGO-Bastler empfohlen.

Und die Verbreitung der Anwendung geht soweit, dass auf vielen LEGO-Bauanleitungs-Plattformen sogar Anleitungen verkauft werden, die Nutzer selbst mit Stud.io erstellt haben.

Und da hat Bricklink überhaupt nichts dagegen. Denn das Unternehmen erschließt sich so auch über „mehrere Ecken“ Baustein-Kunden.

Wie das?

Menschen, die mit Stud.io erstellte Anleitungen über andere Plattformen kaufen, können LEGO-Steine ebenfalls ganz einfach bei Bricklink ordern. Das funktioniert über eine kleine Datei, die beim Download der Bauanleitung enthalten ist. 

Genial oder?

Ein Mehrwert erzeugt Sichtbarkeit. Dann erzeugen Viralität und Nutzer-Empfehlungen noch mehr Reichweite. Kundenbindung entsteht. Neue Kunden kommen hinzu. Die Verkäufe über die Plattform werden angekurbelt.

Und Bricklink hat sogar Einfluss auf einen weiteren Markt: den Bauanleitungs-Markt. So erreicht das Unternehmen noch mehr Baustein-Kunden.

Und was sagt LEGO dazu?

Nur soviel: Die LEGO Group hat Bricklink Ende 2019 gekauft.

Getreu dem Motto des LEGO-Firmengründers Ole Kirk Christiansen: „Wenn Du Deine Konkurrenz nicht übertrumpfen kannst, dann kaufe sie.“

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Quelle: Bricklink

Beispiel 3 für Content-Marketing: Food-Bilder und leckere Rezepte von Deliciously Ella

Viele Unternehmer und Marketer denken bei Content-Marketing zuerst an Texte und Bilder.

Und das kann tatsächlich sehr gut funktionieren.

Nachdem ich Ihnen in Beispiel 1 und 2 die tollen Möglichkeiten von Content-Marketing mit Audio oder mit einer kostenfreien Softwarelösungen skizziert habe, rückt nun Content-Marketing mit Videos, Bildern und Texten in den Fokus.

Und zwar alles in einem Beispiel.

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Quelle: Deliciously Ella

Die Idee

Menschen lieben Essen.

Warum?

Essen spricht emotional an.

Oft reicht schon ein Bild von einem leckeren Gericht und die Lust ist geweckt.

Und: Gesundes Essen (vegetarisch und vegan) ist ein großes Thema.

Die Food-Bloggerin, Bestseller-Autorin und Gastronomin Ella Mills nutzt diesen Effekt für ihr Content-Marketing.

Allerdings begann das alles eher unfreiwillig.

Nachdem bei Ella 2011 eine seltene Nervenerkrankung festgestellt wurde, beschäftigte sich die Britin intensiv mit dem Thema „gesundes Leben und pflanzliche Ernährung“.

Sie teilte Rezepte in Text und Bild, begann einen Blog zu schreiben und veröffentlichte Koch-Videos auf YouTube.

Sie traf den Nerv der Zeit. 

Ihre Community wuchs in den letzten Jahren rasant. 

Alles ausgelöst durch hochwertige Inhalte zum Thema gesundes, pflanzliches Essen. 

Im Fall von Deliciously Ella zusätzlich kombiniert mit einer eigenen, emotionalen Unternehmensgeschichte (Lesetipp: Storytelling im Marketing). 

Heute verkauft Ella auf ihrer Website deliciouslyella.com sogar eigene Produkte und Kochbücher. Sie hat einen eigenen Podcast, eine eigene Food-App und ist Gastronomin. 

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Quelle: Deliciously Ella

Content-Marketing mit Essen hat eine lange Geschichte

Dabei ist Ella Mills nicht die ersten Content-Marketerin im Lebensmittelbereich (Food-Bereich).

Schon gegen Ende des 19. Jahrhunderts bedruckte die Nahrungsmittelmarke Dr. Oetker die Backpulver-Päckchen mit Rezepten.

Diese Form des Content-Marketings war noch komplett analog. Heute verfolgen Food-Blogger eher eine digitale Content-Marketing-Strategie. Sehr oft spielen dabei die sozialen Netzwerke eine zentrale Rolle

Wie finden Sie eine eigene Content-Marketing-Idee?

Oft liegen gute Ideen näher als man glaubt. Als Content-Marketing-Berater stelle ich das immer wieder fest.

Mitunter brauchen Unternehmen einfach einen Gesprächspartner, der mit einem scharfen Blick von außen und Erfahrung zur Entwicklung einer passenden Idee beitragen kann. Als Ideenkitzler, Sparringspartner und kreativer Zünder.

Sie haben Fragen oder wünschen sich ein persönliches Gespräch?

Schreiben Sie mir einfach.